Der Beitrag “Der KRM, der Religionsunterricht und die Krise” sorgte insbesondere in der bosnischestämmigen Community für zahlreiche Diskussionen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, diesen Beitrag auch in einer bosnischen Übersetzung zur Verfügung zu stellen.

Od najave proširenja Koordinacijskog vijeća muslimana (KRM) isprepliću se događaji u Sjevernoj Rajni Vestfaliji. Posljednjih godina ništa se nije čulo o KRM-u. Sam gremij se držao daleko od javnih diskursa. U posljednje dvije godine, na internet stranici vijeća objavljeno je sedam saopćenja za javnost, iz kojih se jedva mogu izvući zaključci o diskursu u vezi s muslimanima i islamu u Njemačkoj.

Slično sveukupnoj društvenoj percepciji, KRM, također, već duže vrijeme nema nikakvu važnost u međumuslimanskom diskursu. Doći ćemo do razloga zbog čega je to tako. Proširenje KRM-a, koje se u mnogim kontekstima smatra disfunkcionalnim, predstavljalo je zbog toga iznenađenje čak i za mnoge posmatrače. Za neke od novih članova, kao i za neke druge muslimanske zajednice izvan KRM-a, ovaj korak bi trebao biti iznenađujući i zbog toga što je KRM do sada silovito odbijao takvo otvaranje. Još prije nekoliko godina, neke zajednice su izrazile interes za članstvo kada je KRM još bio javno relevantan. “Oni (KRM) nisu čak ni odgovorili na naš upit za zakazivanje termina”, opisuje jedan od aktera tadašnje ophođenje s tim upitima.

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Sehr geehrte Damen und Herren,
anlässlich der Presseerklärung seitens des KRM, welche gestern in die Medien ging, in der wir namentlich erwähnt worden sind, möchten wir einiges diesbezüglich klarstellen:

1) Dies ist keine abgesprochene Handlung mit dem IGBD NRW und dem KRM. Es gab hierzu weder offizielle Gespräche, noch gab es vereinbarte Abmachungen, Versprechungen oder Unterschriften bezüglich dieser Zusammenarbeit. Seitens des KRM gab es Versuche zu einem Gespräch mit uns zu kommen, wozu es aber nicht gekommen ist.

2) Dies ist eine alleinige Aktion des KRM mit einem der Vertreter des Bundesdachverbandes des IGBD. Zu keinem Zeitpunkt waren wir in diesen Ablauf involviert. Trotz einer Aufforderung meiner selbst, der KRM möge dies doch bitte korrigieren, kam es leider zu keinem Demanti seitens des KRM. Wir kritisieren diese Art und Weise des Vorgehens des KRM in die Öffentlichkeit zu gehen, uns beim Namen zu nennen ohne mit den Entscheidungsträgern des IGBD für NRW Gespräche geführt zu haben.

3) Wir vom Landesverband der IGBD distanzieren uns in der Gänze von dieser Abmachung, da diese nicht mit den Entscheidungsträgern des IGBD für das Land Nordrhein-Westfalen getroffen wurde. Somit hat diese keine Bindungskraft für uns.

Für weitere Rückfragen stehe wir gerne zur Verfügung.

Erdin Kadunić
Referent für institutionelle Zusammenarbeit und interreligiösen Dialog des IGBD NRW

(siehe auch: http://www.religion-recht.de/2019/06/krm-erweiterung-befreiungsschlag-oder-verzweiflungstat/)

Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) plant eine Erweiterung, dies wurde in einer überraschenden Pressemitteilung heute bekannt gegeben. Neben den bisher tragenden vier Verbänden DITIB, Islamrat, VIKZ und ZMD sollen nun auch marokkanische, bosnische und albanische Gemeinden Mitglied des Gremiums werden. Damit würde sich das Gremium seit seiner Gründung vor über 12 Jahren strukturell erstmals maßgeblich verändern. Nachdem es in den letzten Jahren sehr ruhig um den Koordinationsrat geworden war, könnte dieser Schritt tatsächlich ein Befreiungsschlag für das Gremium sein. Die Pressemitteilung lässt jedoch an solch einer Interpretation zweifeln.

Zunächst einmal wäre dies nicht der erste Versuch, den Kreis der Mitglieder des KRM zu erweitern. Der KRM selbst wurde im März 2007 nicht geschaffen, um eine ständige Vertretung der Muslime zu sein, sondern zur “Schaffung einer einheitlichen Vertretungsstruktur der Muslime”1 beizutragen. In den vergangenen 12 Jahren ist dies aus unterschiedlichen Gründen nicht gelungen. 

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  1. Präambel, Geschäftsordnung des KRM vom 28.03.2007, http://www.religion-recht.de/2010/08/geschaftsordnung-des-koordinationsrates-der-muslime-in-deutschland/. []

Die etablierten Moscheegemeinden wandeln sich. Daneben gibt es neu entstehende soziale Einrichtungen und Träger, deren Akteure zwar eine religiöse Motivation haben, ohne jedoch Religionsgemeinschaft oder religiöser Verein sein zu wollen.

Ein Beitrag von Engin Karahan (erschienen in Herder Korrespondenz 72. Jahrgang (2018), Heft 9, S. 16-18)

Die muslimische Verbandslandschaft in Deutschland steht aktuell unfreiwillig vor dem größten Umbruch seit ihrem Entstehen vor fast 60 Jahren und den Familienzusammenführungen in den Achtzigerjahren. Mit dem Nachholen von Ehepartnern und Kindern entwickelten sich viele der provisorischen muslimischen Gebetsräume zu Moscheen mit einem breiten Angebot für die ganze Familie weiter. Damit beschränkten sie sich nicht mehr darauf, nur Orte für die Freitags- und Feiertagsgebete zu sein. Es bildete sich eine religiöse Infrastruktur heraus, die mit der Zeit regionale und zentrale Strukturen und unterschiedliche Tätigkeitsbereiche ausdifferenzierte. Trotz aller Weiterentwicklung und Institutionalisierung blieb das Provisorische der Gründerzeit, sowohl in der Struktur als auch im institutionellen Denken, ein bestimmender Faktor.

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Der Rheinland-Pfälzische Wisssenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf hat heute die Zusatzgutachten zu den islamischen Verbänden im Land veröffentlicht.  Diese stellen fest, dass die Verbände  Religionsgemeinschaften darstellen, jedoch erhebliche strukturelle  Herausforderungen bestehen. Wolf kündigte daher an, die Verhandlungen vorerst nicht wiederaufzunehmen, sondern Zielvereinbarungen mit den Verbänden zu verhandeln, um die notwendigen Entwicklungen in Gang zu setzen.

Die Landesregierung hatte die Zusatzgutachten in Auftrag gegeben, um den Einfluss staatlicher Stellen auf die Verbände in Rheinland-Pfalz zu klären. Die Anfertigung übernahmen der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Christoph Bochinger von der Universität Bayreuth und der Kölner Staatskirchenrechtler Prof. Dr. Stefan Muckel. Die vorgelegten Zusatzgutachten bestätigen die Kernaussagen der in die 2014/2015 angefertigten Erstgutachten, dass alle vier Verbände Religionsgemeinschaften im Sinne des Grundgesetzes. Jedoch sehen die Gutachter die Eignung des DITIB-Landesverbands und der Schura Rheinland-Pfalz als problematisch an, Partner für den Islamischen Religionsunterricht zu fungieren.

So wird die mögliche Einflussnahme Dritter als kritisch eingestuft. Die strukturell-institutionelle Verflechtung zwischen DITIB-Landesverband, DITIB-Bundesverband und Diyanet würde eine politische Einflussnahme jederzeit ermöglichen. In der Schura Rheinland-Pfalz besteht bei sechs Gemeinden eine satzungsmäßige Abhängigkeit von einem Bundesverband, der kein Teil der Schura ist. Aufgrund von Aktivitäten einzelner Mitglieder liegen dem rheinland-pfälzischen Verfassungsschutz zu drei Gemeinden der Schura Anhaltspunkte für den Verdacht extremistischer Bestrebungen vor.

Die Landesregierung plant in den nächsten Wochen eine Zielvereinbarung mit den vier islamischen Verbänden zu verhandeln. Zwölf  Monate nach Unterzeichnung soll Bilanz gezogen werden, ob die gemeinsam vereinbarten Ziele erreicht wurden. Darauf aufbauend entscheidet die Landesregierung über das weitere Verfahren mit den islamischen Verbänden.

Ein aktueller Post von mir auf Facebook sorgte dort für eine kurze aber gewichtige Nachfrage. Auf den Post

Es war falsch, die Hoffnungen weitgehend auf den Generationswechsel zu setzen. Mentalitäten sind nicht unbedingt Generationen-abhängig, sie neigen dazu, auch über Generationen hinweg weitergeben zu werden. Solange es keinen Bewusstseinswandel gibt, wird sich weder in der 3. noch in der 4. Generation etwas ändern.

fragte Dzemal Sibljakovic

Und wie kommt es zum Bewusstseinswechsel?

Diese Frage zu beantworten ist zwar nicht leicht, aber auch nicht unmöglich. Zuallererst gilt es zu identifizieren, wo wir als muslimische Community überhaupt stehen. Wir brauchen eine schonungslose Bestandsaufnahme: Was wurde wozu und mit welchen Mitteln erreicht? Wir könnten auch das Pronomen „von wem“ hinzunehmen. Die Probleme sind jedoch in erster Linie eher systembedingt. Das lässt die handelnden Personen zwar nicht unwichtig werden oder spricht ihnen die Verantwortung für ihr Tun ab. Es hat sich aber innerhalb der Verbände immer wieder gezeigt, dass es eine überraschend hohe Austauschbarkeit von Personen gibt. Selbst im Sinne dieses Beitrags positiv hervortretende Funktionsträger rufen oft nur temporäre Änderungen hervor, deren Revision nicht einmal einen Bruchteil der Zeit ihrer Etablierung in Anspruch nimmt. Weiterlesen

Im Rahmen der Debatte um die religionsverfassungsrechtliche Berücksichtigung der muslimischen Gemeinschaften entsteht oftmals der Eindruck, bei den „etablierten“ Religionsgemeinschaften wie den Kirchen würde es sich um weitgehend homogene, sich nur in der zugrundeliegenden Theologie unterscheidende Gebilde handeln. Ein näherer Blick auf die konkreten Strukturen der Gemeinschaften zeigt jedoch, dass diese Annahme nicht zutrifft. Tatsächlich unterscheiden sich die einzelnen Gemeinschaften wesentlich in strukturellen und organisatorischen Aspekten. Ein konkretes gemeinsames Modell aller Religionsgemeinschaft, an das sich die muslimischen Gemeinschaften „orientieren“ müssten, gibt es tatsächlich nicht.

Vielmehr haben wir es bei den Religionsgemeinschaftsdefinitionen mit einer allgemeinen Rahmensetzung zu tun, die sich weitgehend an der Anschütz’schen Definition orientiert: Eine Religionsgemeinschaft ist ein organisatorischer Zusammenschluss, „der die Angehörigen ein und desselben Glaubensbekenntnisses – oder mehrerer verwandter Glaubensbekenntnisse – zu allseitiger Erfüllung der durch das gemeinsame Bekenntnis gestellten Aufgaben zusammenfasst.“

Mit diesem allgemeinen Rahmen ist der Zugang neuer Religionsgemeinschaften in das religionsverfassungsrechtliche System gewährleistet. Es werden keine spezifischen inhaltlichen Kriterien formuliert, sondern nur weitgehend formale. Es ist demnach keine strukturelle „Christianisierung“ erforderlich, um Teil des religionsverfassungsrechtlichen Systems zu werden. Weiterlesen

Teil V des Essays: Von Provisorien zu dauerhaften Strukturen
Die muslimische Institutionalisierung in Deutschland

Im vorletzten Teil des Beitrages wurde die Möglichkeit der Bildung von gemeinsamen Landesreligionsgemeinschaften auf der Länderebene aufgeworfen. In dem fünften und letzten Teil des Essays sollen nun Fragen nach der Rolle der Moscheegemeinde, der Gemeindemitglieder, der Bundesebene und natürlich nach der Frage der Finanzierung aufgegriffen werden.

Moscheegemeinde und Gemeindemitglied

Die Landesreligionsgemeinschaft ist formal erst einmal ein eingetragener Verein.  Mitglieder sind möglichst alle Moscheegemeinden in dem jeweiligen Bundesland. Die Entscheidung zum Beitritt liegt dabei bei der Moscheegemeinde.  Das personelle Substrat ist das einzelne muslimische Mitglied in der Moscheegemeinde.

Noch nicht befriedigend geklärt ist die Frage der Mitgliedschaft in den Gemeinden. Bisher werden von den meisten Gemeinden nur die Fördermitglieder erfasst, in der Regel nur das zahlende Familienmitglied, obwohl die gesamte Familie am Gemeindeleben teilnimmt. Als Gemeindemitglieder werden jedoch in der Regel alle wahrgenommen, die die religiösen Dienste in der Moscheegemeinde wahrnehmen, insbesondere die Freitags- und Festtagsgebete. Die Zahl der Fördermitglieder dürfte allgemein nur bei einem Fünftel der Zahl der Gemeindemitglieder liegen.

Eine gemeinsame einvernehmliche Erfassungspraxis zwischen den Gemeinschaften existiert bisher nicht. Es gibt zwar einzelne Bestrebungen, ein Register über die Fördermitglieder hinaus zu erstellen, doch dürfte die Zuverlässigkeit und insbesondere die Vertretungsberechtigung eines solchen Registers im Alleingang einer einzelnen Gemeinschaft ohne die bisher nicht gegebene Zuordnungsmöglichkeit bezweifelt werden. Dies kann nur erreicht werden, wenn ein gemeinsamer Konsens zwischen den Gemeinschaften über die Definition der Gemeindemitgliedschaft und der Zuordnung erzielt wird. Eine gemeinsame Struktur wie die Landesreligionsgemeinschaft kann die Grundlage für solch eine Konsensfindung sein.

Die Identität der einzelnen Moscheegemeinde bleibt bei all dem jedoch unberührt. Aufgrund der notwendigen Subsidiarität solch einer Struktur verbleiben sehr viele Kompetenzen bei der Moscheegemeinde. Als Verwirklichungsort religiös-gemeinschaftlichen Lebens werden gerade die Fragen der jeweiligen Eigen- und Besonderheiten der Moscheegemeinden vor Ort getroffen und nicht auf der Landesebene.

Delegierten und Organe

Das zentrale Organ der  Landesreligionsgemeinschaft ist die Delegiertenversammlung (Schura). In diese entsenden die Moscheegemeinden je einen Delegierten. Zu Beginn dürfte es sicherlich von der Umsetzung her einfacher sein, wenn diese Delegierten jeweils durch den Vorstand benannt werden. Entwickeln sollte sich diese Entsendung jedoch in Richtung eines Wahl- und Entsendeverfahrens, in das die Gemeindemitglieder direkt eingebunden werden. Dies würde zum einen dem einzelnen Moscheemitglied einen weiteren Bereich eröffnen, in dem er aktiv werden kann, zum anderen würde dies die Identifikation mit der Landesstruktur auf der Mitgliederebene fördern.

Zu Beginn wird es sicherlich einfacher sein, wenn jede Moscheegemeinde jeweils einen Delegierten in die Schura entsendet, unabhängig von der jeweiligen Gemeindegröße. Mit der Zeit wird jedoch die Berücksichtigung der jeweiligen Größe in den Delegiertenzahlen notwendig sein. Dafür wird wiederum erst einmal die Frage nach der gemeinsamen Definition des Gemeindemitglieds und der jeweiligen Zuordnung geklärt werden müssen.

Aufgabe der Schura ist es den Vorstand zu wählen und dessen Tätigkeits- und Finanzbericht entgegen zu nehmen. Weiterhin wird der Fiqh-Rat, das für die theologischen Fragestellungen zuständige Gremium, von der Schura eingesetzt.

Über einen Aufsichtsrat gibt es auch die Möglichkeit, die weitergehenden Gliederungen der bestehenden Verbandsstrukturen aktiv in diese Organisationsform einzubinden. Diese können von der Schura als Vertreter der Landesstrukturen der etablierten Gemeinschaften in den Aufsichtsrat gewählt werden. Damit kann sowohl das über Jahrzehnte gewachsene Organisations-Know-how erhalten bleiben, als auch die Bereitschaft der bestehenden Gemeinschaften erhöht werden, die gemeinsame Landesreligionsgemeinschaft mitzugestalten.

Der Vorstand erfüllt das Tagesgeschäft der Gemeinschaft und vertritt diese gegenüber der Öffentlichkeit und insbesondere gegenüber dem Land.

Bundesebene und Finanzierung

Auf der Bundesebene schließen sich die so entstandenen Landesreligionsgemeinschaften schließlich zu einer islamischen Bundesreligionsgemeinschaft zusammen. Auch hier können die bestehenden Gemeinschaften in einem Aufsichtsrat ihren Platz einnehmen.

Da Religion in der Regel Ländersache ist, beschränken sich die Aufgaben der Bundesebene auf Koordinierungs- und Repräsentanzfunktionen. Sie ist darüber hinaus der Ansprechpartner für die Bundesregierung und der Kooperationspartner in Fragen der Anstalts- und Militärseelsorge.

Geklärt werden müsste natürlich im Vorfeld der Gründung einer Landesreligionsgemeinschaftsstruktur die Frage der Finanzierung. Diese wird nämlich nur bedingt durch Ehrenamtliche aufrechterhalten werden können. Insbesondere durch einen Anstieg der Kooperationsbereiche mit dem Staat werden immer mehr Fachleute dauerhaft in die Arbeit eingebunden werden müssen, teilweise wird es dabei sicherlich zu Verschiebungen von Kompetenz und Personal von den etablierten Gemeinschaften hin zu den Landes- und Bundesreligionsgemeinschaften kommen. Dies wird jedoch nur funktionieren, wenn es auch eine entsprechende Verschiebung von Finanzierungsquellen hin zu den neuen Strukturen gibt.

Weiterhin müsste geklärt werden, wie mit bestehenden muslimischen Initiativen, die keine Religionsgemeinschaftseigenschaft haben, aber bereit und interessiert sind, an der Arbeit der Religionsgemeinschaften mitzuwirken, Kooperationen eingegangen oder diese sogar institutionell mit eingebunden werden können.

Ergebnis

Insgesamt wäre mit der Gründung gemeinsamer Landesreligionsgemeinschaftsstrukturen der Weg für die Erarbeitung tragfähiger gemeinsamer Positionen eröffnet. Ein stärkeres Zusammenrücken sowohl an der Basis als auch auf Landes- und Bundesebene der Muslime wäre ein natürliches Resultat. Das mit der Zeit organisationssoziologisch kaum vermeidbare Problem des Auseinanderdriftens theologischer Inhalte zur Aufrechterhaltung der Unterscheidbarkeit untereinander wäre somit zumindest beherrschbar. Insgesamt wäre eine effektivere und professionellere Vertretung der Muslime in Deutschland möglich.

Durch die Etablierung der Landesreligionsgemeinschaften hätten die Muslime in Deutschland erstmals eine reale Chance darauf, gemeinsam die bestehenden und zukünftigen Herausforderungen in Angriff zu nehmen, gemeinsame und verlässliche Positionen zu erarbeiten und gemeinsame Lösungen für gemeinsame Probleme zu finden. Der Fokus würde dabei auf dem gemeinsamen, auf dem konsensualen Element liegen. Dies verlangt zwar von allen Beteiligten eine bisher nicht da gewesene innermuslimische Kompromissbereitschaft, aber nur mit dieser Kompromissbereitschaft wird eine funktionierende muslimische Institutionalisierung bestehen, mit der sich die breite muslimische Basis auch in Zukunft wird identifizieren können.

 

Bisher erschienen:

Teil I: Moscheegemeinden in Deutschland und ihre historische Entwicklung
Teil II: Der Status Quo der muslimischen Gemeinschaften
Teil III: Möglichkeit und Notwendigkeit der Zusammenarbeit von muslimischen Gemeinschaften
Teil IV: Zukunftsperspektiven für die muslimische Verbandslandschaft in Deutschland
Teil V: Zukunftsperspektive II – Moscheegemeinde, Gemeindemitglied, Bundesebene und die Finanzen

Bildmaterial: NAIA Terminal 3 Muslim Prayer Room © brownpau @ flickr.com, bearb. R&R

Teil IV des Essays: Von Provisorien zu dauerhaften Strukturen
Die muslimische Institutionalisierung in Deutschland

Einzelkörperschaften mit punktueller Zusammenarbeit

Es ist noch weitgehend ungeklärt, in welche Richtung sich die Institutionalisierung der muslimischen Verbandslandschaft weiter entwickeln wird. Zwei Optionen scheinen dabei nahe liegend zu sein: die getrennte Erlangung des Körperschaftsstatusses durch mehrere Gemeinschaften oder die Etablierung gemeinsamer Religionsgemeinschaften auf der Landesebene, die wiederum die Körperschaftsfunktion erfüllen sollen.

In den letzten Jahren hat es bereits mehrere Anläufe zur Bildung gemeinsamer Landesreligionsgemeinschaften gegeben. Bisher konnten sich solche Strukturen jedoch nur in wenigen Bundesländern in Ansätzen etablieren. Nicht alle größeren Gemeinschaften konnten eingebunden werden. Angesichts der derzeit wieder stärker wirkenden Fliehkräfte innerhalb des KRMs erscheint kurzfristig die Etablierung von jeweils eigenen Körperschaften die wahrscheinlichere Entwicklung zu sein. Damit würde es zwar innerhalb der Körperschaften klare Strukturen und klare Zuordnungen geben. Dieser vermeintlich einfachere Weg wartet jedoch mit spezifisch eigenen Problemen auf und verstärkt die bestehenden Probleme, die auf die fehlenden Kooperationsmöglichkeiten zurückgehen.

Eines der größten Probleme dürfte in der Unterscheidbarkeit der unterschiedlichen Körperschaften liegen, die sich alle ein gemeinsames Bekenntnis teilen. So würde es gerade in den Bereichen der Kooperation mit dem Staat Überschneidungen geben. Auch dürfte das unvermeidliche “Wettrennen” um die Erlangung des Körperschaftsstatusses nicht unbedingt zur Steigerung der Kooperationsbereitschaft innerhalb der Gemeinschaften beitragen. Damit wäre die Inangriffnahme der gemeinsamen Herausforderungen weiterhin nur unter erschwerten Bedingungen möglich.

Zudem würde der naheliegende Konfliktfall der Erteilung des Körperschaftsstatusses an nur eine Gemeinschaft recht schnell rechtliche Verfahren nach sich ziehen. Zahlreiche Entscheidungen der Verwaltungsgerichte und schließlich des Bundesverfassungsgerichts im Zusammenhang mit dem Zentralrat der Juden und den nicht an diesen angeschlossenen jüdischen Gemeinden haben gezeigt, dass bekenntnisnahe oder -gleiche Gemeinschaften in vielen Bereichen zusammenarbeiten müssen.

Das BVerfG hat in dieser Frage geurteilt, dass die Aufgabenübertragung an eine Gemeinschaft nicht dazu führen darf, dass die anspruchsberechtigte Gemeinschaft über Gegenstände entscheidet, auf den eine konkurrierende andere Gemeinschaft die gleiche grundrechtliche Berechtigung geltend machen kann. Am Ende bedeutet dies eine faktische Zusammenfassung von bekenntnisnahen Gemeinschaften im Bereich der Kooperation und Förderung. Diese Zusammenfassung würde damit jedoch nicht einvernehmlich und friedensstiftend sein.

Statt aus eigenem Antrieb nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen, wäre man so über den Gerichtsweg zu einer halbherzigen und unausgegorenen Partnerschaft gezwungen.

Religionsgemeinschaften auf der Landesebene

Eine andere Möglichkeit der weitergehenden Institutionalisierung der muslimischen Gemeinschaft wäre die Etablierung von gemeinsamen Religionsgemeinschaften auf der Landesebene. Neben der Möglichkeit, die gemeinsamen Herausforderungen tatsächlich gemeinsam in Angriff zu nehmen, würde solch eine Struktur sowohl die religionsverfassungsrechtlichen Vorgaben zur Bildung einer gemeinsamen Vertretung berücksichtigen, als auch die stärkere Einbindung der muslimischen Basis in die Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse ermöglichen.

Das Fundament dieser Form der Institutionalisierung wäre die Moscheegemeinde. Die Religionsgemeinschaftseigenschaft von Moscheegemeinden wird sowohl in Wissenschaft aber auch in Verwaltung und Politik kaum noch mehr in Zweifel gezogen. Die Moscheegemeinden sind die Hauptorte der Verwirklichung des gemeinschaftlichen islamischen Gemeindelebens. Dort finden die wichtigsten gemeinsamen Rituale und auch das religiös-soziale Leben der Gemeindemitglieder statt.

Die stärkere Einbindung der Moscheegemeinde in die Entscheidungsprozesse der Landesreligionsgemeinschaft würde neben der demokratischen Basislegitimierung der Landesreligionsgemeinschaften auch die paritätische Mitwirkung aller Beteiligten ermöglichen. Eine demokratische Legitimierung ist rechtlich zwar nicht notwendig, über diesen Weg könnte jedoch das Engagement in den Gemeinden verstärkt und mehr Freiwillige für die ehrenamtliche Arbeit auf der Orts- und Landesebene gefunden werden.

Teil I: Moscheegemeinden in Deutschland und ihre historische Entwicklung
Teil II: Der Status Quo der muslimischen Gemeinschaften
Teil III: Möglichkeit und Notwendigkeit der Zusammenarbeit von muslimischen Gemeinschaften
Teil IV: Zukunftsperspektiven für die muslimische Verbandslandschaft in Deutschland
Teil V: Zukunftsperspektive II – Moscheegemeinde, Gemeindemitglied, Bundesebene und die Finanzen

Bildmaterial: Moschee Köln Ehrenfeld © Christliches Medienmagazin Pro @ flickr.com, bearb. R&R

Teil III des Essays: Von Provisorien zu dauerhaften Strukturen
Die muslimische Institutionalisierung in Deutschland

Die unterschiedlichen muslimischen Gemeinschaften stehen hinsichtlich der rechtlichen und gesellschaftlichen Partizipation des Islams in Deutschland vor ähnlichen Herausforderungen. Aufgrund des unterschiedlichen Grades der Institutionalisierung und Professionalisierung wurden sie bis Ende der 90er Jahre mit diesen Fragen jedoch zu unterschiedlichen Zeiten konfrontiert. Die Fokussierung auf muslimische Gemeinschaften in der Religionspolitik spätestens seit Mitte der 2000er Jahre und die zusätzliche Aufnahme der Integrations- und Sicherheitspolitik in diese Debatte hat zu einem Nivellierungs-, oder zumindest einem beschleunigtem Weiterentwicklungsdruck geführt. Statt der bisher eher gemächlichen und im Wege des Trial-and-Error stattfindenden Entwicklung im eigenen Tempo, mussten die Gemeinschaften nun zusätzlich einer öffentlichen Erwartung gerecht werden.

Insbesondere die Debatte um den islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen wirkt als Katalysator für diese Entwicklung. Dieser Druck reichte jedoch nicht aus, um die in Jahrzehnte aufgestauten und nicht gelösten Entwicklungsdefizite von heute auf morgen zu lösen. Auf Seiten der Kooperationspartner führte dies immer wieder zu Missverständnissen und Frustrationen. Probleme auf Seiten der muslimischen Gemeinschaften, die eigentlich auf organisatorisch oder inhaltlich noch nicht gelöste Fragen zurückzuführen waren, wurden als Verweigerungs- oder Verzögerungstaktik wahrgenommen.

Möglichkeiten der Zusammenarbeit

Neben dem eigenen inneren Antrieb, die muslimische Einheit voranzutreiben, war es auch dieser äußere Druck, der die Bildung von gemeinsamen Strukturen voranschreiten ließ. So etablierte sich im März 2007 der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM). Der KRM setzte sich zusammen aus der Ditib, dem Islamrat, dem VIKZ und dem ZMD. Vertreten waren in diesem Gremium damit fast 90 Prozent aller Moscheegemeinden in Deutschland.

Ziel des Koordinationsrates war es, die Etablierung gemeinsamer Strukturen auf der Landesebene in der Form von Landesreligionsgemeinschaften voranzutreiben. Damit sollten auf der Ebene der Bundesländer die Anforderungen, die zuletzt in mehreren Entscheidungen von Bundesverwaltungs- und verfassungsgericht mit Blick auf (muslimische) Religionsgemeinschaften formuliert worden sind, erfüllt werden. So sollten zum einen die Bundesländer jeweils einen gemeinsamen Ansprechpartner für die Belange der Muslime in ihrem Land haben, zum anderen sollten die muslimischen Gemeinschaften weiter zusammenwachsen und bei gemeinsamen Fragestellungen auch gemeinsam handeln.

Damit sollten neben der Schaffung der “Einheit der Muslime” in Deutschland auch viele der bestehenden Unzulänglichkeiten innerhalb der muslimischen Gemeinschaften überwunden werden. Durch die Schaffung von Synergien sollten mehr gemeinsame Positionen und Inhalte erarbeitet werden und gemeinsame Interessen wiederum gemeinsam vertreten werden. Schließlich sollte ein einheitliches Auftreten gegenüber dem Staat möglich sein.

Notwendigkeit der Kooperation

Die Zusammenarbeit der bis dahin eher isoliert voneinander agierenden Gemeinschaften erwies sich insbesondere in den Bereichen notwendig, die gemeinhin unter dem Begriff der “res mixta” zusammengefasst werden. Der Aspekt der Zusammenarbeit und der Kooperation mit dem Staat in diesen Bereichen führte auf muslimischer Seite zu einer weitaus größeren Begründungs- und Darlegungsanforderung hinsichtlich der eigenen Positionen, Strukturen und Inhalte, als es für die bisher eher nach innen fokussierte Arbeit der Gemeinschaften notwendig gewesen war. Vieles bisher Selbstverständliche musste nun einem Partner verständlich oder zumindest nachvollziehbar gemacht werden, der bisher im Bereich der “res mixta” kaum mit muslimischen Gemeinden zu tun gehabt hatte und weitgehend aus den Erfahrungen mit den Kirchen vorgeprägt war.

Im Gegensatz zu den korporierten Kirchen hatten wiederum die muslimischen Gemeinschaften kaum Erfahrungen im Umgang mit einem neutralen, aber an der Zusammenarbeit mit Religionsgemeinschaften in bestimmten Bereichen interessierten und sogar von dieser Kooperation abhängigen Staat zu tun.

Während der Staat, hier insbesondere in Form der Kultusbehörden in den Ländern, zumindest auf einen etablierten und funktionierenden Behördenapparat zurückgreifen konnte, mussten die muslimischen Gemeinschaften die notwendigen Strukturen, aber auch Inhalte noch  erst aufbauen. Ein Unterfangen, das sich als schwierig herausstellte. Aufgrund der jeweils eigenen geringen Ressourcen und der unterschiedlich schwachen Infrastruktur erwies sich immer wieder eine innermuslimische Kooperation als alternativlos.

Bereiche der Kooperation (Auswahl)

Wesentliche Bereiche der Kooperation zwischen den Gemeinschaften sind im Bereich der “res mixta” aber auch im Bereich der alle muslimischen Gemeinschaften betreffenden Themen vorzufinden. Exemplarisch sollen hier folgende Bereiche und die Notwendigkeit der Kooperation in diesen angerissen werden:

  1. Religionsunterricht an öffentlichen Schulen
  2. Theologische Fakultäten
  3. Friedhöfe
  4. Wohlfahrtseinrichtungen
  5. Feiertags- und Gebetszeitenbestimmung

Religionsunterricht an öffentlichen Schulen

Inhaltlich bestehen keine Bekenntnisunterschiede zwischen den sunnitischen Gemeinschaften, die einen nach Verbandszugehörigkeit getrennten Unterricht erfordern würden. Auf der Grundschulebene können sich sogar sunnitische und schiitische Gemeinschaften auf ein Kerncurriculum einigen, wie die Entwicklungen um die Einführung eines islamischen Kerncurriculums in Niedersachsen gezeigt haben.

Damit dennoch ein getrennter Unterricht eingeführt werden könnte, wird die Schulverwaltung den Nachweis einer inhaltlichen Unterscheidbarkeit zwischen den antragstellenden Gemeinschaften auf der Bekenntnisebene einfordern. Unterschiede in der Pädagogik oder Didaktik wären keine ausreichenden Gründe.

Bei der vorliegenden Bekenntnisgleichheit der sunnitischen Gemeinschaften dürfte die dazu notwendige Argumentation problematisch sein. Es ist zu erwarten, dass gerade die Notwendigkeit der Unterscheidbarkeit zum Aufkommen künstlicher theologischer Unterscheidungsmerkmale zwischen den Gemeinschaften führen wird. Damit würden aber bisher als bekenntnisgleich anzusehende Gemeinschaften der Gefahr gegenüber stehen, bewusst oder unbewusste Unterschiede zwischen den Verbänden künstlich überzubetonen oder diese gar erst zu konstruieren und die Trennung zwischen den Gemeinschaften eher zu verfestigen, als zueinander zu finden.

Theologische Fakultäten

Die muslimische Community in Deutschland hat einen Bedarf an theologischen Bildungsstätten, die die grundlegende Wissenstradition des Islams aufgreifen und weiterentwickeln. Neben dem Betrieb von eigenen Einrichtungen bietet sich dazu in Deutschland auch die Einrichtung von theologischen Fakultäten an staatlichen Universitäten an – eine Möglichkeit, die mittlerweile bereits zur Realität geworden ist.

Gerade die Einrichtung von theologischen Lehrstühlen an den staatlichen Universitäten erfordert eine Zusammenarbeit zwischen den Gemeinschaften. Weder gibt es zahlenmäßig genug ausreichend qualifiziertes Lehrpersonal, damit jede Gemeinschaften “eigene” universitäre Fakultäten einrichten kann, noch könnte theologisch nachvollziehbar begründet werden, welche inhaltlichen Unterschiede zwischen den jeweils “eigenen” bekenntnisgleichen Einrichtungen bestehen sollen.

Zumindest die sunnitischen Gemeinschaften in Deutschland bauen auf theologische Grundsätze auf, deren Entstehung noch weit vor der Entstehung der Gemeinschaften zurückliegt.

Friedhöfe

Während in den letzten 20 Jahren die Einrichtung von muslimischen Grabfeldern in bestehenden kommunalen Friedhöfen den Bedarf an Begräbnisstätten für Muslime noch decken konnte, stellt sich heute immer häufiger die Frage nach einem eigenen Friedhof für Muslime.

Theologisch ist es dabei nicht begründbar, dass es für jede muslimische Gemeinschaft einen eigenen Friedhof geben muss. So ist es keine Seltenheit, dass Mitglieder einer Familie jeweils unterschiedliche Gemeinden besuchen. Dabei spielen jedoch die persönlichen Präferenzen und Vorlieben des jeweiligen Familienmitglieds eine Rolle, nicht eine tiefergehende theologische Positionierung oder Unterscheidung.

Die Einrichtung von Friedhöfen entlang von Verbandsgrenzen würde sowohl hinsichtlich der familiären Gefühle, aber auch hinsichtlich des innermuslimischen Gemeinschaftsverständnisses mehr als problematisch sein.

Zudem wird es für die Moscheegemeinden in einer Kommune bereits eine immense Herausforderung sein, gemeinsam die Verpflichtungen eines gemeinsamen muslimischen Friedhofs zu erfüllen. Kaum eine der noch weitgehend ehrenamtlich geleiteten Gemeinden wird mittelfristig in der Lage sein, alleine einen Friedhof – mit all seinen finanziellen Belastungen – zu betreiben.

Wohlfahrtseinrichtungen

Einer Trennung nach Verbandszugehörigkeit würde es auch in fast allen Wohlfahrtseinrichtungen an einer Sinnhaftigkeit fehlen. In Bereichen wie in Kindergärten oder in Altenheimen wird die jeweilige Verbandszugehörigkeit kaum Auswirkungen auf die inhaltliche Ausrichtung der Einrichtung haben. Vielmehr werden sich mögliche unterschiedliche Konzepte nicht in theologischen Aspekten unterscheiden, sondern eher hinsichtlich des Profils oder der angebotenen Dienstleistungspalette.

Sinnvoller erscheint es für die muslimischen Gemeinschaften, Schaffung gemeinsame Kriterien und Mindeststandards zu formulieren und deren Einhaltung zu gewährleisten. Dabei wird die Unterscheidung eher über das jeweilige Profil und die Angebote an die Kunden der jeweiligen Einrichtungen geschehen, nicht unbedingt über die Verbandszugehörigkeit. Die Etablierung eines gemeinsamen, muslimischen Wohlfahrtsverbands wird dazu der richtige Weg sein.

Feiertage und Gebetszeiten

Die Frage der Feiertage und Gebetszeiten ist an sich eine innerislamische Fragestellung. Aber zumindest hinsichtlich möglicher Schul- und Arbeitsbefreiungen hat es auch eine öffentliche Relevanz.

Noch immer führen unterschiedliche Berechnungsmethoden dazu, dass Muslime in Deutschland ihre wichtigsten Feiertage an unterschiedlichen Tagen begehen. Mit der Gründung des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland trat bereits zumindest für die Mitgliedsgemeinden des KRM eine Vereinheitlichung ein. Eine allgemeine Einigung konnte jedoch bisher noch immer nicht erreicht werden. Ein mehr an Kooperation zwischen den muslimischen Gemeinschaften würde das gemeinsame Feiern und das gemeinsame Beten erleichtern.

Bisher veröffentlicht:

Teil I: Moscheegemeinden in Deutschland und ihre historische Entwicklung
Teil II: Der Status Quo der muslimischen Gemeinschaften
Teil III: Möglichkeit und Notwendigkeit der Zusammenarbeit von muslimischen Gemeinschaften
Teil IV: Zukunftsperspektiven für die muslimische Verbandslandschaft in Deutschland

Bildmaterial: Innenraum Blick von oben © Evangelisches Schuldekanat Schorndorf/Waiblingen @ flickr.com, bearb. R&R