Ein aktueller Post von mir auf Facebook sorgte dort für eine kurze aber gewichtige Nachfrage. Auf den Post

Es war falsch, die Hoffnungen weitgehend auf den Generationswechsel zu setzen. Mentalitäten sind nicht unbedingt Generationen-abhängig, sie neigen dazu, auch über Generationen hinweg weitergeben zu werden. Solange es keinen Bewusstseinswandel gibt, wird sich weder in der 3. noch in der 4. Generation etwas ändern.

fragte Dzemal Sibljakovic

Und wie kommt es zum Bewusstseinswechsel?

Diese Frage zu beantworten ist zwar nicht leicht, aber auch nicht unmöglich. Zuallererst gilt es zu identifizieren, wo wir als muslimische Community überhaupt stehen. Wir brauchen eine schonungslose Bestandsaufnahme: Was wurde wozu und mit welchen Mitteln erreicht? Wir könnten auch das Pronomen „von wem“ hinzunehmen. Die Probleme sind jedoch in erster Linie eher systembedingt. Das lässt die handelnden Personen zwar nicht unwichtig werden oder spricht ihnen die Verantwortung für ihr Tun ab. Es hat sich aber innerhalb der Verbände immer wieder gezeigt, dass es eine überraschend hohe Austauschbarkeit von Personen gibt. Selbst im Sinne dieses Beitrags positiv hervortretende Funktionsträger rufen oft nur temporäre Änderungen hervor, deren Revision nicht einmal einen Bruchteil der Zeit ihrer Etablierung in Anspruch nimmt. Weiterlesen

Screenshot Sicherheitspartnerschaft

Bei der Lektüre von Levent Tezcans „Das muslimische Subjekt“ hat mich eine Passage ganz besonders an eine aktuelle Debatte erinnert. Erst einmal die Textpassage aus Tezcans interessantem Werk und im Anschluss einige Gedanken dazu. In einem Kapitel zitiert Tezcan zur Veranschauung immer wieder aus Papieren der Kolonialkongresse Anfang des 20. Jahrhunderts.

An einer Stelle heißt es:„Das wichtigste Problem, das gegenwärtig wieder debattiert wird, besteht, wie Axenfeld schon 1910 erläutert, aber darin, dass es »keinen sicheren Maßstab [gibt], loyale Moslims von fanatischen zu unterscheiden, und kein sicheres Mittel, die ersteren loyal zu halten« Axenfeld selbst geht soweit zu sagen, dass »die illoyalen die konsequentesten Moslims« seien“.

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