Bei der Frage nach der verwendeten Sprache in der Vermittlung des Islams und dem innermuslimischen Diskurs in Deutschland erscheint mir das immer festgefahrenere Festhalten mancher Kreise an den “Herkunftssprachen” nur noch eine Form der Ignoranz und wohl auch eine gute Portion Angst vor Bedeutungsverlust zu sein.

Ignoranz vor der immer größeren Diversität der Community, die ein Betreiben von herkunftssprachlichen Gemeinden selbst bei den herkunfts-nationalistischsten Gemeinden unmöglich werden lässt.

Angst vor dem Bedeutungsverlust, da nicht nur viele Imame, sondern auch eine ordentliche Portion von Funktionären auf deutsch schlichtweg nicht mehr mitreden könnten. Gesamtgesellschaftlich können sie das tatsächlich bereits schon seit langem nicht. Statt an diesem auch institutionell kaum tragbaren Defizit zu arbeiten, wird die eigene Gemeinde/Gemeinschaft zur herkunftsweltlichen Enklave erklärt, in der man in der Blase zumindest noch Meinungsführerschaft beanspruchen kann.

Weiterlesen