Speisevorschriften im Islam

I. Einführung

Die Speisevorschriften des Islams gehören zweifellos zu den Vorschriften, die den Alltag des Muslims bestimmen und begleiten. Dennoch ist das Wissen und die Kenntnis über diese in den nicht-muslimischen Gesellschaftskreisen sehr gering. Selbst vielen Muslimen, die sich zumeist an die Vorschriften halten, sind deren Hintergründe unbekannt. Dies führt dann zu Missverständnissen und Falschinterpretationen und leider auch zu Falschanwendungen. So ist die Zahl derer, die zwar wissen, dass das Schweinefleisch verboten, aber nicht jedes Rindfleisch erlaubt ist, nicht gering.

Auf nicht-muslimischer Seite fehlt dann wiederum das Verständnis für die Notwendigkeit von Speisevorschriften überhaupt. Da die Gründe hinter diesen Vorschriften nicht bekannt sind, erscheinen Muslime dabei als eine Art Kuriosität.

II. Grundsätze

A. Mäßigungsgebot

Die Grundintention der Speisevorschriften liegt in dem bestreben, das Leben und den Körper des Menschen zu schützen und zu erhalten. Dieser Gedanke zieht sich durch viele Bereiche des muslimischen Rechts und gehört an sich zu den Grundvorgaben des Islams. So trifft den Menschen die Verpflichtung, zumindest ein Mindestmaß an Nahrungsaufnahme aufrecht zu erhalten, zumindest in dem Maße, dass er seine Gebete wie das fünfmalige Beten am Tag, oder das Fasten und andere religiöse Gebote ausführen kann.

Das Essen im Übermaß ist aber auch verpönt, sogar verboten(haram)1. Dabei ist das Maß die Verträglichkeit der Menge durch den Körper. Eine Überernährung wird als Verschwendung gottgegebener Gaben, nämlich des Essens und, weit aus wichtiger, des gesunden Körpers angesehen. Angesichts der immer größer werdenden Probleme im Rahmen von fast epidemieartiger Fettleibigkeit, unter der die Menschen in Deutschland und anderen Wohlstandsstaaten leiden – Muslime mit eingeschlossen – kann dieser Bewertung nur recht gegeben werden. Die Grundlage für dieses Mäßigungsgebot liegt im Koran. So heißt es in der Sure Al-A’raf: „O Kinder Adams, habt eine gepflegte Erscheinung an jeder Gebetsstätte, und esst und trinkt, doch überschreitet das Maß nicht; wahrlich, Er liebt nicht diejenigen, die nicht Maß halten.“2

B. Erlaubtsein der Dinge

Das Erlaubtsein der Dinge ist ein weiterer Grundsatz, der seine Gültigkeit im Rahmen der Speisevorschriften hat, aber – wie auch das Mäßigungsgebot – insbesondere hier zur Geltung kommt. Demnach sind alle Speisen und Getränke grundsätzlich erlaubt, sofern dafür kein Verbot ausgesprochen wurde. Belegt wird dieser Grundsatz vor allem durch folgenden Verse: „Er ist es, der alles, was auf der Erde ist, für euch geschaffen hat.“3 „Und er hat euch, von Sich aus, alles dienstbar gemacht, was in den Himmeln und auf der Erde ist.“4 „O ihr Menschen, esst von dem, was es auf der Erde an Erlaubtem und Gutem gibt.“5 „Er ist es, Der für euch alles erschuf.“6

Infolge dieser Verse ist der Rahmen für das Verbotene sehr eng. Solange es nicht ausdrücklich Verboten ist, ist quasi alles erlaubt7. Bezüglich der Speisevorschriften wird sogar explizit vor dem Verbot von erlaubten Speisen gewarnt: „Sprich: „Wer hat die schönen Dinge Allahs verboten, die Er für Seine Diener hervorgebracht hat und die guten Dinge der Versorgung?“8

C. Verbot des Schädlichen

Während die Spannweite des Erlaubten sehr weit ist, so gibt es neben einzelnen Verboten ein generelles Verbot und zwar des Unreinen und Schädlichen. Dass der Sinn hinter diesem Verbot zweifellos im medizinisch, gesundheitlichen Bereich liegt, dürfte zweifellos klar sein. So sind Exkremente und alles, was damit in Berührung gekommen ist, verboten9.

Das Verbot des für den Körper Schädlichen beruht hauptsächlich auf folgenden zwei Versen: „Tötet euch nicht!“10 „Stürzt euch nicht mit eigenen Händen ins Verderben.“11 So ist grundsätzlich jede Speise, jedes Getränk, das aus medizinischer Sicht mit Gewissheit schädlich für Körper und Geist ist, von vornherein verboten.

III. Erlaubte und verbotene Speisen

Die Speisen sind nach ihren pflanzlichen und ihren tierischen Ursprüngen getrennt zu betrachten.

A. Pflanzliche Speisen

Alle pflanzlichen Speisen sind grundsätzlich helal, d.h. erlaubt, solange sie keine schädliche oder den Geist benebelnde Funktion haben. Pflanzen die mit Exkrementen in Berührung gekommen sind, können auch nicht gegessen werden. In den klassischen Werken wird dieses Verbot jedoch nicht nur auf Exkremente beschränkt.

Der Begriff „Nedschis“ wird in Verbindung mit allem Unhygienischem und damit Gesundheitsgefährdendem gebraucht. So können auch an sich erlaubte Speisen durch Vermischung mit unhygienischem ihren erlaubten Charakter verlieren12. Jegliches Obst und Gemüse fällt demnach grundsätzlich in den Kreis der Erlaubten, solange die oben aufgezählten Hindernisse nicht vorliegen. Speisen die den Geist benebeln und eine berauschende Wirkung haben, sind nach Sure Maide 5, 90 verboten. So heißt es dort: „O ihr, die ihr glaubt! Berauschendes, Glücksspiel, Opfersteine und Lospfeile sind ein Greuel, das Werk Satans. So meidet sie, auf dass ihr erfolgreich seid.“ Gift, Köperschleim, Spermien, Erde und Steine werden zum Schädlichen gezählt13.

B. Tierische Speisen

Bei tierischen Speisen wird noch einmal zwischen Wassertieren und Landtieren(einschließlich der Vögel) unterschieden.

1. Wassertiere

Von den Wassertieren ist der Verzehr aller Fische erlaubt14. Nach den Hanefiten gehören jedoch tote und auf der Oberfläche treibende Tiere nicht in den Rahmen der erlaubten Speisen. Die anderen Rechtsschulen kennen solch eine Einschränkung nicht. Sie stützen ihren Standpunkt auf folgende Verse: „Und Er ist es, Der euch das Meer dienstbar machte, damit ihr frisches Fleisch daraus esst und Schmuck daraus hervorholt, um ihn anzulegen.“15 „Erlaubt ist euch, den Fisch im Meer zu fangen und zu essen, als eine Versorgung für euch und für die Reisenden.“16. Diese Ansicht ist auch vorzuziehen. Frösche sind nur nach den Malikiden erlaubt. Da der Prophet in einem Hadith das Töten von Fröschen verboten hat, sind die drei Rechtsschulen der Hanefiten, Schafiiten und Hanbeliten davon ausgegangen, dass das Essen von Fröschen auch nicht erlaubt ist. Nach den Malikiten fehlt es jedoch an einem expliziten Verbot.

2. Landtiere

Von den Landtieren (inklusive Vögel) sind folgende Tiere oder Teile von ihnen ohne Zweifel verboten:

  • Schweinefleisch
  • Blut
  • Erlaubte Tierarten, die nicht geschächtet wurden
  • Tiere die im Namen eines anderen als Allah geschlachtet wurden
  • Erwürgte oder durch andere Tiere gerissene Tiere
  • Durch irgendeinen anderen Tod als durch Schächten oder der Jagd getötete Tiere

Durch andere Tiere gerissene Tiere dürften dennoch gegessen werden, wenn sie vor ihrem Tod noch rechtzeitig geschächtet wurden (dürfte in unseren Breiten wohl kaum relevant sein). In allen Rechtsschulen, außer der Malikitischen, sind Raubtiere und Fleisch fressende Tiere wie Raubkatzen, aber auch Raubvögel, haram. Die Malikiten sehen den Verzehr von Raubtieren wie den Raubkatzen zwar als verpönt (mekruh) an, gegen den Verzehr von Raubvögeln haben sie jedoch nichts einzuwenden17. Der Verzehr von Hunden (nach Malikiten nur makruh) und von Nutztieren wie Pferden und Eseln ist nach allen Rechtsschulen verboten. Nach den drei Rechtsschulen ist der Verzehr von Tieren wie Skorpionen, Schlangen, Mäusen oder Bienen nicht erlaubt. Die malikitische Rechtsschule sieht diese jedoch als mubah (erlaubt) an.

Das Essen von Nutztieren wie Kamelen, Rindern und Schafen ist ohne Zweifel erlaubt. Auch Geflügel wie Enten, Hühner, Gänse, Puten und andere, die sich nicht von anderen Tieren ernähren, gehören dazu. Eine Sorte von Tieren, über dessen Verzehr es jedoch verschiedene Meinungen gibt, sind solche, die als Dschellale bezeichnet. Dschellale sind Tiere, die sich hauptsächlich von Exkremente ernähren, d.h. Nedschis zu sich nehmen. Nach Imam Ebu Hanife gehören dazu auch Tiere, die verendete Tiere, also Aas fressen. Heutzutage würden unter diese Definition wohl auch Tiere fallen, denen Kraftfutter aus Schlachtabfällen zum fressen gegeben wird.

Nach Ebu Hanife ist der Verzehr des Fleisches und der Milch eines solchen Tieres verpönt(makruh). Ernährt sich das Tier aber auch von sauberem Futter und merkt man es seiner Milch oder seinem Fleisch nicht an, dann kann auch das Fleisch von Dschallala-Tieren unbeanstandet gegessen werden18. Auch die Schafiiten tendieren zu dieser Meinung. Als haram wird das Fleisch von Dschellala-Tieren jedoch nur von der hanbalitischen Rechtsschule angesehen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass als Dschellale nicht jene Tiere bezeichnet werden, die ab und zu Unreines zu sich nehmen, als Dschellale werden die Tiere angesehen, die sich zum größten Teil aus Unreinem ernähren.

C. Besonderheiten der malikitischen Rechtsschule

Wie der Leser schon bemerkt haben dürfte, unterscheiden sich die Ansichten der malikitschen Rechtsschule in Einzelheiten von den Ansichten der anderen Rechtsschulen. Ich Bezug auf die koranischen Verbote, wie das Verbot von Schweinefleisch oder nicht-geschächtetem Fleisch, gibt es zwar keine Unterschiede, dennoch sind die Malikiten, was das Erlaubtsein angeht, die eher weniger restriktiven.

Als Grundsatz kann für die Malikiten der Satz gelten: Solange man es essen will, kann auch alles saubere (nicht-nadschis) gegessen oder getrunken werden. Andere Gründe außer einem klaren koranischen oder prophetischen Verbot werden nicht herangezogen, auch nicht kulturelle Gepflogenheiten oder Einschränkungen. So gelten der malikitischen Rechtsschule nach als haram nur das, was offensichtlich Nadschis ist, das Schwein sowie gezähmte Pferde und Esel. Auch Erde, Schlamm und Knochen werden als verboten angesehen. Nur als verpönt (makruh) gelten Raubtiere (zusammen mit den Raubvögeln). Das Fleisch von Dschallale-Tieren (Aas und Exkremente fressende Nutztiere) wird zwar von Imam Malik als verpönt angesehen, nicht jedoch nach der Mehrzahl der malikitischen Imame; diese sehen auch Dschallale-Tiere als mubach an.

(Erstmals veröffentlicht am 13.06.2004)

  1. Prof. Vehbe Zuhayli, Islam Fikhi Ansiklopedisi, Bd. 4, S. 319, Risale Yay., Istanbul 1994 []
  2. Al-Araf 7, 31 []
  3. Al-Baqara 2, 29 []
  4. Al-Ghathiya 45, 13 []
  5. Al-Bakara 2, 168 []
  6. Al-Bakara 2, 29 []
  7. Dr. Jusuf al-Quaradawi, Erlaubtes und Verbotenes im Islam, S. 22, München 1989 []
  8. Al-A’raf 7, 32 []
  9. Zuhayli, Bd. 4, S. 320 []
  10. An-Nisa 4, 29 []
  11. Al-Bakara 2, 195 []
  12. In dem Zusammenhang wird ein Hadith des Propheten zitiert. Dieser sagte über die Butter, in der eine Maus fiel und starb: „Sollte die Butter (oder das Fett) hart sein, so werft die Maus und die umliegenden Bereich (das mit ihr in Berührung gekommene) weg und esst die restliche Butter. Sollte das Fett flüssig sein, so schüttet alles aus.“ – Buchari, Ahmed, Nesai; Subulu Es-selam, III, 8 []
  13. Zuhayli, Bd. 4, S. 320 []
  14. Al-Quaradawi, S. 52 []
  15. An-Nahl 16, 14 []
  16. Al-Maide 5, 96 []
  17. Zuhayli, Bd. 4, S. 321 []
  18. Zuhayli, Bd. 4, S 325 []

40 Replies to “Speisevorschriften im Islam”

  1. Haben Sie Sich aber nicht gerade um die Frage, warum „nicht jedes Rindfleisch erlaubt ist“ herumgedrückt?

    Die Diskussion dreht sich doch darum, ob Rindfleisch aus westlichen (christlich/jüdischen) Supermärkten erlaubt ist, je nach Interpretation von Sure 5:5.

    Und gerade der von Ihnen zitierte Quaradawi schreibt in dem obigen Buch, daß er es für grundsätzlich erlaubt hält. Also wären McDonalds, Mensa, deutsche Supermärkte,… alles kein Problem:

    http://qa.sunnipath.com/issue_view.asp?HD=1&ID=449&CATE=29

    siehe auch:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Halal
    Andere Fatwas berufen sich auf den Koranvers 5:5 und sagen, auch von Christen geschlachtetes sei erlaubt, außer dem in einem späteren Vers ausdrücklich verbotenen Schweinefleisch.

    Sure 5, Vers 5: Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Und die Speise derer, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, wie auch eure Speise ihnen erlaubt ist.

    Als weitere Gegenargumente wird dann noch aufgeführt, jüdisches koscheres Fleisch solle aus politischen Gründen (Palästina-Konflikt) nicht gekauft werden und in Ländern wo es auch muslimische Geschäfte gebe, solle man diesen den Vorzug geben. Das ist dann aber wohl kaum noch eine religiöse Begründung.

  2. Hallo Maria,

    danke für die Frage. Sicherlich habe ich mich nicht um die Frage gedrückt. Die Frage hat sich in diesem Artikel nur nicht gestellt.

    Der Artikel stellt vielmehr den Anfang einer Serie zu den Speisevorschriften im Islam dar. Ich wollte nur keine \“I\“ dahinter setzen, da ich nicht genau weiß, wann ich Zeit für den zweiten Beitrag finden werde.

    In dem Artikel wollte ich in erster Linie darlegen, welche unterschiedlichen Meinungen es zu den erlaubten oder verbotenen Tierarten es gibt – gerade um auch den vorhandenen breiten Rahmen aufzuzeigen.

    Themen wie die Art und Weise der Schlachtung oder die Problematik, wie von Nicht-Muslimen geschlachtete Tiere zu behandeln sind, waren noch nicht Thema für diesen Beitrag. Diese werden noch folgen.

    Grundsätzlich ist meine Meinung zu von Nicht-Muslimen geschlachteten Tieren die, dass von Anhängern der Buch-Religionen (Ehl-i Kitab) nach ihrem Ritus und mit dem Namen des Herrn geschlachtete Tiere auch von Muslimen verzehrt werden können. Relevant ist aber dabei, dass der jeweilige religiöse Ritus eingehalten wird. So wäre koscheres Fleisch für mich kein Problem, bei Christen wird soweit ich weiß dieser Ritus jedoch nicht eingehalten. Aber wie gesagt, ein etwas ausführlicherer Beitrag wird noch folgen. Aber politische Gründe sind für mich nicht relevant für die Beurteilung von helal und haram. Wer heute aus politischen Gründen Erlaubtes zu Verbotenem erklärt, wird morgen nicht davor zurückschrecken, Verbotenes für erlaubt zu erklären.

  3. Wenn der Hauptsinn der Vorschriften doch gerade in der Erhaltung der Gesundheit liegt, wäre es dann nicht konsequent und richtig, nach Zeit und Ort eine Bewertung vorzunehmen? Was vor Jahrhunderten in Arabien erlaubt war, muss es unter heutigen Bedingungen in Norwegen unter Beachtung des Hauptziels nicht sein, und umgekehrt lassen sich ähnliche Schlüsse ziehen. Da ohnehin das meiste von Rechtsschulen festgestellt wird, also eine Interpretation und keine bindende Vorschrift ist, dürfte doch ein Weg in beide Richtungen möglich sein, ohne in theologische Bedrängnis zu kommen.

  4. Nicht alles stammt aus der Auslegung der Rechtsschulen. Die Auslegung der Rechtsschulen fängt dort an, wo der Vers 3 der Sure Al-Maida aufhört: „Verboten ist euch Verendetes, Blut, Schweinefleisch und das, worüber ein anderer Name als Allahs (beim Schlachten) angerufen wurde; das Erwürgte, das Erschlagene, das durch Sturz oder Hörnerstoß Umgekommene, das von reißendenTieren Angefressene, außer dem, was ihr geschlachtet habt, (bevor es starb), und das auf Opfersteinen Geschlachtete; und Weissagung durch Pfeillose. Dies alles ist Frevel.“

    Bei den Ausführungen der Rechtsschulen, die weiter gehen als die Aussagen in diesem Vers geht es eher um eine Nachzeichnung von Essgewohnheiten zu einer bestimmten Zeit. Insoweit trifft deine Feststellung auch zu.

  5. also ich brauche das für reli aber jetzt net das ihr denkt das ich einer von denen bin!!!!!

  6. Die Lehrerin. Ich könnte mir vorstellen, dass die mit ihren doch recht liberalen Vorstellungen bei vielen Islamverbänden und Imamen aneckt, da sie sich offenbar die Freiheit der Koraninterpretation nimmt. So weit ich weiß (du weißt, ich bin kein Muslim und meine Kenntnisse sind daher durchaus begrenzt und auch nicht immer zutreffend), ist dass zwar zulässig (formal lässt der Islam seinen Anhängern da durchaus mehr Spielraum als beispielsweise das Christen- oder das Judentum), wird aber natürlich von den Führern nicht gerne gesehen (aber wo wäre das auch anders?).

  7. Ja, sie eckt an, aber nicht wegen ihrer liberalen Vorstellungen. Daran, dass sie sich an eine Interpretation traut, hab ich nichts auszusetzen. Du hast recht, wenn Du sagst, dass es da im Islam eine andere Tradition der Herangehensweise gibt als im Christentum (bezügl. des Judentums kenn ich mich leider nicht gut genug aus, um eine Aussage zu wagen). Grundsätzlich hat jeder Zugang zu den Quellen des Islams, die in den mehrheitlich muslimischen Ländern auch in zahlreichen Übersetzungen/Interpretationen auch vorliegen (nur aus der Türkei könnte ich wohl auf Anhieb mindestens ein Dutzend aufzählen). Keines dieser Übersetzungen/Interpretationen kann sich jedoch anmaßen, die „Einheitsübersetzung“ zu sein.

    Letztendlich ist weder der Umstand, dass sie eine deutsche Übersetzung ausgearbeitet hat, noch, dass Sie Verse zu einem bestimmten Themenbereich oder für eine bestimmte Zielgruppe (hier: Kinder) übersetzt etwas neues. Neu ist daran eigentlich nur, dass es auf deutsch ist.

    Auch nicht neu oder bahnbrechend sind ihre Ausführungen dazu, dass der Koran in seinem historischen Kontext begriffen werden müsste. Das gefällt vielleicht theologisch nicht jedem, es wäre aber sicherlich nicht falsch wenn ich sage, dass es bei der praktischen Auslegung selbst bei den konservativsten Gelehrten dahingehend weitgehenden Konsens gibt.

    Was aneckt ist der umstand, wie sie an das Thema herangeht. Man erkennt einfach zu wenig Methode hinter dem was sie sagt. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass sie es sich einfach zurechtbiegt, ohne groß den Kopf darüber zerbrochen zu haben. Versteh mich nicht falsch, ich sage NICHT, dass sie sagt, was man sowieso von ihr hören will. Sie ist von dem gesagten wahrscheinlich auch überzeugt. Dahinter scheint jedoch keine Methodik zu stehen vielmehr persönliche Willkür der Form: „So muss es sein. Warum? Weil ich es halt sage.“

    Ich denke nicht, dass dies ein richtiger Zugang zur Religion sein kann. Einen Brg von Traditionen fast ohne Begründung über den Haufen zu werfen, nur weil es jetzt „halt so sein muss“ schafft auf keiner Seite Vertrauen, besonders nicht bei der muslimischen Masse, die sie ja anscheinend überzeugen will.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Es gibt unter Muslimen keine Obrigkeit, die Vorgeben könnte, wie der Islam zu verstehen ist (auch nicht die Islamverbände). Es gibt jedoch zu vielen Themen Meinungen, die man (ähnlich der Juristerei hierzulande) in „herrschende Meinungen“ (hM) und Mindermeinungen (MM) aufteilen könnte, wobei die Variationen unter den MM fast schon grenzenlos sind, die hM aber auch nicht immer ganz homogen sein muss. Mit dem bisschen, das sie zur Methode gesagt hat, würde ich die Dame bei einer Mindermeinung einordnen, was die Art der Koraninterpretation angeht. Dafür, dass sie eine MM vertritt, macht sie sich aber kaum die Mühe, diese zu begründen, dies wird aber gerade von der MM zu Recht erwartet.

    Was auch weiter aneckt ist, dass diese Meinung dann auch „staatlich“ verbreitet sind, weil die politischen Akteure zwar von den Ergebnissen ihrer „Forschung“ begeistert sind, es ihnen aber völlig egal ist, wie sie dorthin gekommen ist. Ein gutes Beispiel ist dabei die zB die Handreichung, die sie für den NRW-Integrationsbeauftragten aufgesetzt hat (eine Kritik dazu findest du hier: Stellungnahme zur Handreichung des Integrationsbeauftragten NRW).

    Puh, daraus hätte ich jetzt eigentlich gleich einen Beitrag machen können 🙂

  8. Für die Links brauch ich noch was Zeit zum Lesen, wollte aber trotzdem vorher noch was loswerden.

    Der 3sat-Beitrag zeigt meiner Meinung nach das eigentliche Problem. Wilders behauptet in seinem Film „Islam bedeutet Mord und Totschlag“, und die Reaktion der Schüler, „schneidet ihm den Kopf ab“ oder „ich würde ihm ein Schwert in den Nacken rammen“, bestätigen diese Behauptung. Mit anderen Worten, die Schüler gehen Wilders voll auf den Leim. Nun würden die das (nach Ansicht der Lehrerin) nie in die Tat umsetzen, aber offenbar sind die vermutlich hier geborenen und aufgewachsenen Schüler da offenbar in einer Zwickmühle zwischen hiesiger Kultur und irgendetwas aus der Heimat der Eltern gefangen. Zwar nur ein Unterhaltungsfilm, aber auch der letzte Tatort vom Sonntag weist auf dieses Dilemma hin, hier in einer Kultur aufzuwachsen und gleichzeitig von einer anderen, die von allen Seiten eben sehr stark mit dem Islam identifiziert/assoziiert wird, zu hier nicht akzeptierten und verstandenen Handlungen gezwungen zu werden.

    Unabhängig von der methodischen Kompetenz der Lehrerin und ob man sie deswegen akzeptieren oder ablehnen mag, weist sie da doch einen Weg aus dem Dilemma heraus. Den „Berg von Traditionen“, wie du das sagst, so stehenlassen, nur weil er halt mal da ist, kann es auch nicht sein.

  9. Ich hab mal eine Frage und ich hoffe, dass sie mir jemand beantworten kann. Was besagt die Speisevorschrift des Islam über Hirschfleisch? Darf man als Moslem Hirsch essen?

  10. seaminaleyküm ich bin erst 11 aber ich wiess als streng gläubige muslimen was ich essen darf und was nicht

    aber leider wissen meine muslimischen freundinnennen es nicht .Wenn ich sie auf etwas hinweise was in unserem glauben haram ist meinen sie gleich“es ist doch nicht in alles was harames drin“
    Ich will doch nur das sie es jetzt wissen weil sie ja niemand anderes aufklährt
    meine mutter hat mir das alles schon beigebracht befor ich in den kindergarten kam auser zuhause esse ich niergendwo etwas tierisches .Auser meine eltern vergewissern mir das ich es essen kann.

  11. Grade bei den letzten Kommentaren stellt sich mir die Frage, worum es eigentlich geht. Religion als individuelle spirituelle Erfahrung? Oder nur möglichst effektives Nachäffen irgendwelcher Regeln?

  12. Selam aleykum wa rahmatullah, barakallahu feek für diese Seite, das hast du wirklich schön gemacht, ich wünschte es würden mehr Seiten geben die Raum lassen für Fragen und Diskussionen für jedermann. Allah möge dich dafür belohnen. auch an dich hicret96 ich finde es toll, dass du schon viel weißt und es deinen freundinnen versuchst zu erklären. inshaallah werde ich diese seite jetzt öfter besuchen. macht weiter so!

  13. @sumayya,

    vielen Dank für das Lob, dem ich leider nicht gerecht werden dürfte. Ich betreibe die Seite quasi als Hobby und bin leider in der letzten Zeit kaum dazu gekommen, etwas neues auf die Seite zu packen. Aber ich gebe mein bestes. Wesselam

  14. @Gilbert,
    spirituelle Erfahrung für sich allein tut es in der Regel nicht. Ich denke nicht, dass spirituelle Erfahrung kein Selbstzweck sein kann, sondern auch nur ein Weg ist um letzendlich ein „guter“ Mensch zu sein. Was taugt insoweit die spirituelle Erfahrung, wenn es den Menschen nicht zum „Guten“ und zum „guten“ Handeln leitet.
    Aber gerade bei der Erlangung und der Erhaltung von Spiritualität sind Rituale wichtig. Es braucht dafür sowohl Geduld, als auch Ausdauer. In einer Zeit, die von Schnellebigkeit und Wechselhaftigkeit lebt, sicherlich keine leichte Aufgabe.

  15. Kommt drauf an, wie man „spirituelle Erfahrung“ verstehen will. Letzten Endes geht es doch um eine sehr persönliche Erfahrung jenseits des körperlichen, und der Weg dorthin führt über eine Zermürbung des körperlichen Bewusstseins beispielsweise über eine Schwächung des Körpers. Das ist in allen Religionen gleich: Naturreligionen verwenden oft Drogen, einige islamische Richtungen ebenfalls, der Buddhismus geht über meditative Übungen, die in Ruhe (Meditation) oder monotone körperliche Betätigung (Ursprung des Shaolin-Kung Fu und anderer heutiger Kampfsportarten) ausgeführt werden, der Hinduismus desgleichen, aber teilweise mehr auf Schmerzerfahrungen basierend, weitaus extremer in dieser Richtung das Christentum oder der Sufismus, usw. Am Ende steht eine mentale Erfahrung, die nicht mehr mit körperlichen Empfindungen verbunden werden kann und als spirituell empfunden wird, d.h. der Übende hat seinen Kontakt zu Gott gefunden, was immer er persönlich auch darunter verstehen mag.

    Das Ziel erreichen nur wenige, da es überaus anstrengend ist und viel persönliche Härte erfordert, insbesondere gegen sich selbst. Ob dabei nun ein „guter Mensch“ herauskommt, wie du es ausdrückst, oder ein Fanatiker, scheint dabei ziemlich offen zu sein. Die Übungen, dorthin zu gelangen, sind religionsbedingt natürlich stark ritualisiert.

    Die andere Seite ist die Laienreligion, also Übungen für die Leute, die nicht diese Quälerei auf sich nehmen wollen. Auch hier lassen sich Verzückungszustände erreichen, die aber nicht auf persönlicher Erarbeitung, sondern großenteils auf suggestiven Maßnahmen des „Lehrers“ beruht, der im Gegensatz zum ersten Fall für diese Gruppe nie entbehrlich wird, da nur durch ihn der Zustand herbeigeführt werden kann. Im Prinzip gilt hier: je schwächer und erfolgloser der Teilnehmer, desto erfolgreicher die Therapie. Rituale, und zwar weitaus engere Rituale, sind hier noch wichtiger als im ersten Fall. Die Gefahr dabei: der Lehrer (oder auch die Lehre) ist ein Multiplikator, d.h. ein schlechter Zug eines an sich guten Menschen kann ziemlich viel Böses bewirken.

    Womit ich dann endlich zum Anfangsthema zurückkomme. Hier schreibt ein Kind, dass es als „strenggläubig“ bestimmte Regeln befolgt, wobei sich die Gläubigkeit auf der Entwicklungsstufe wohl ausschließlich auf das Befolgen von Regeln bezieht. Hinterfragt wird da nichts, beispielsweise warum Mohammed den Genuss verschiedener Speisen untersagt hat. Mochte er das Zeug nicht? Oder war damals die Gefahr von Krankheiten zu groß? Immerhin waren viele der verbotenen Speisen Voraussetzung für die Kulturentwicklung in anderen Teilen der Erde, und da Allah ja nun auch für diese Regionen verantwortlich ist, wird er das wohl so eingerichtet haben. Mohammed sagt zwar, dass es sich um Allahs Worte handelt, aber aufgeschrieben hat er sie, ein Mensch, und Menschen sind ja nun mal bekanntlich nicht fehlerfrei. Auch als Strenggläubiger muss man sich meiner Meinung nach daher fragen dürfen, ob bestimmte Teile der Botschaft nicht aus einer Situationsbezogenheit des Menschen Mohammed resultieren und heute anders gesehen werden müssen. Diese Offenheit erreicht man aber nicht, indem man beispielsweise Kindern beibringt, Nahrung wieder herauszukotzen, weil irgendwo steht, man dürfe das nicht essen. Das ist genau die Art von Gehirnwäsche, die hinterher Extremisten und Fanatiker hervorbringt. Diese Art der Ritualisierung lehne ich ab.

  16. Hallo…..

    für einen Moslem der in Deutschland oder besser gesagt in einem nicht islamischen Land lebt ist es jeden Tag eine neue Herausforderung wenn es um die frage Religion und lebensstil geht.
    was esse ich heute zu Mittag???? Mc?? Burger King??? oder doch einen Döner ???
    als Moslem muss man sich fragen woher oder wie wurde mein döner verarbeitet……ist es Helal oder Haram….???……klar kann man es nach forschen….und genau das habe ich auch gemacht!!

    Somit wären 95% der Dönerbuden in Deutschland bzw. in Europa Haram, da das Fleisch von Schlachthäusern kommt die nach deutschen Gesetzen sprich….nicht geschächtet werden.

    Viele Schlächter sind Alkoholiker, und die gehen mit den Tieren um, als wären sie der letzte Dreck. Wenn die Tiere in der Früh geliefert werden – die kommen irgendwo von Dänemark her oder vom Sudentenland, die Schweine und Rinder -, werden sie einfach reingetrieben, dann werden sie abgeschossen und aufgehängt, viele leben noch, und dann werden sie schon durchgeschnitten. Und dann läuft das Blut von den Bullen. Derweil wird von manchen Schlächtern das Blut gesoffen, manche hauen sich Salz, Pfeffer und ein Ei rein, andere saufen es pur.
    Manche Tiere zappeln noch, nachdem sie geschossen wurden, die haben noch Lebensgefühl, denen werden bei lebendigem Leib die Augen ausgestochen und die Beine abgeschnitten – die zappeln noch, die sind noch warm, die Tiere merken das noch. Das ist ein riesiges Leiden – wie bei einem Menschen. Tiere leiden schlimmer als wir.

    gruß

  17. @23.Tayfun: … und sie fangen und schlachten regelmäßig kleine Moslemkinder, um aus deren Fett Schönheitssalben für ihre Frauen zu kochen.

    Dass bei Viehtransporten und in Schlachthäusern nicht alles optimal ist, ist nicht Neues, aber wo hast du denn diesen Schwachsinn her? Aus einer iranischen Übersetzung alter Stürmer-Ausgaben?

    Mal davon abgesehen: in den arabisch-islamischen Ländern ernährt man sich zu einem nicht geringen Teil von nordeuropäischen oder australisch/neuselländischen Schafimporten. Eine Werft in meiner Region lebt unter anderem davon, Transportschiffe zu bauen, die 30.000-80.000 oder mehr Schafe von Nordwesteuropa oder Neuseeland nach Arabien verfrachten, was angesichts der Reisedauer und der Klimazonen so seine Probleme mit sich bringt, will man unterwegs nicht allzu viele Tiere verlieren. Glaubst du allen Ernstes, in den arabischen Großschlachtereien, die mit diesen Massen umgehen, geht es wesentlich anders zu als in europäischen?

    @.24 Jenni: … und ich finde, dass wir hier neuerdings unter dem Deckmäntelchen „andere Kultur“ viel zu viel erlauben, was aus gutem Grund verboten ist.

  18. Noch ein Tipp: ihr solltet mal eure Großstadtghettos für ein paar Stunden verlassen und mal auf’s Land ziehen. Da könntet ihr dann halal-Rinder- und Schafherden sehen, die ein paar Tage im Stall waren und sich dabei gründlich in ihrer eigenen Scheiße gewälzt haben. Haram-Schweine halten sich sauberer, wenn sie die Möglichkeit haben, die suhlen nur im Schlamm, nicht im eigenen Kot. Oder eine halal-Schafherde auf der Weide: die ersten scheißen alles voll, die nachziehenden trampeln alles nieder und fressen das restliche Gras, dessen Halme noch vorlugen. Oder halal-Hühner: die fressen alles, auch das, was die haram-Schweine übriglassen. Pflanzen, Tiere, Abfälle, Aas, was halt so rumliegt. Und habt ihr euch schon mal gefragt, was aus den ganzen Abfällen wie Innereien und Knochen von haram-Schweinen in den Großschlachtereien wird? Tierfutter! Besonders halal-Hühner erhalten solches Futter, sonst würde die Produktion nicht stimmen, und den Hühnern schmeckt’s.

    Denkt mal drüber nach, was dieses ganze spitzfindige Regelwerk über erlaubt und verboten unter den heutigen Bedingungen eigentlich wert ist, und findet euch damit ab oder werdet Veganer. Mohammed’s heile Welt ist tot, willkommen im 21. Jahrhundert. Aber sicher gibt’s wieder irgendeinen islamischen „Wissenschaftler“, der das Ganze zur optischen Täuschung erklärt.

  19. @Tayfun,

    sag mal, wo hast Du denn das Zeug her. Soll das jetzt aggressive Vegetarierwerbung sein oder pauschales Schlachterbashing. Ist aber egal, taugt wohl weder für das eine noch das andere. Erspar aber doch bitte mir und den anderen Lesern hier in Zukunft solche Ergüsse. Egal was Du aussagen wolltest, man kann es sicherlich in jedem Fall besser machen, solange es nicht dermaßen abstoßend ist, wie in Deinem Kommentar. Das muss sich wirklich niemand antun.

  20. @Gilbert,

    was sollte denn die Einleitung zum Kommentar 25. Ich weiß nicht, was Tayfun mit seinem Kommentar bezweckt hat, wahrscheinlich weiß er es selbst auch nicht, aber Deine Anspielung schießt wohl heftig über das Ziel hinaus. Und die Antisemitismus-Keule kannst Du dir auf meiner Seite gerne verkneifen. Wenn, dann hat er seine Ergüsse wohl eher von einer Peta-Splittergruppe als aus dem Iran.

    Bei Dir habe ich aber grundsätzlich Probleme zu verstehen, woher dieser blanke Hass, schön verdeckt mit dem biedermännchen Mantel, herkommt, sobald es nur annähernd um Muslime und Islam geht. Das nimmt ja schon langsam krankhafte Züge an befürchte ich.

  21. @Abdulgani:

    Einleitung zu Kommentar 25: was Tayfun da geschrieben hat, ist genau der Stil und Inhalt, der im Stürmer zu finden war, und ich habe nur noch das nachgelegt, was er vergessen hat. Der Stürmer war ein antisemitisches Hetzblatt, und Tayfun benutzt nun die gleichen Worte, um gehen Nicht-Moslems zu hetzen. Das war somit keine Antisemitismus-Keule, sondern eine Gleichsetzung von Tayfuns Hintergrund mit den Nazis. Überleg‘ mal selber, welche Defizite bei den jungen muslimischen Gläubigen bestehen (also solchen schätze ich Tayfun ein) und wie das bei Nichtmuslimen ankommt, wenn man laufend auf solche Nazipropaganda von muslimischer Seite gegenüber Nichtmuslimen stösst (Tayfun ist ja bei weitem nicht der Einzige, der mit solchen Parolen auftritt).

    Was den Hass angeht, überschätzt du eure Bedeutung für mich. Hass würde Akzeptanz auf gleicher Augenhöhe bedeuten, aber gegenüber abgrundtiefer Dummheit und Ignoranz empfinde ich allenfalls Verachtung. Das trifft im Übrigen auch auf ultraorthodoxe Juden und auf Christen à la McCain und Bush mit ihrem schwachsinnigen Kreationismus zu.

    Ich will’s trotz allem noch mal versuchen, zu erklären. Mohammed vermittelt mit seinen Ernährungsregeln eine Botschaft, wie der Gläubige mit seinem Körper umgehen sollte. Was da heute an haram- und halal-Regeln rumgereicht wird, ist einfach Unfug, weil in der heutigen Zeit (!) in sich widersprüchlich (siehe Beitrag oben). So was kann nur von Leuten kommen, die nie auch nur einen Bauernhof gesehen haben, was bei Mohammed ja auch zutrifft: schließlich war er Kaufmann. Zu Mohammeds Zeit (!) und in seiner Umgebung (!) machten seine Regeln durchaus Sinn (und er war ja auch nicht der Einzige mit solchen Regeln; die von den Juden sehen zu Recht ählich aus): es war nämlich ein nennenswerter Beitrag zur Volkshygiene sprich zur Vermeidung von Seuchen, Epidemien oder Krankheiten, was für Mohammed besonders wichtig war, denn schließlich bringt der schönste Krieg nichts, wenn man mit 10.000 Mann loszieht und nur noch mit 3.000 auf dem Schlachtfeld ankommt, weil alle anderen unterwegs erkrankt sind (die Kreuzfahrerheere sind da u.a. ein schönes Beispiel für mangelnde Hygiene). Aber schon abseits von Arabien sind die Regeln nicht mehr sinnvoll gewesen: in Germanien mit seinen Wäldern wäre beispielsweise ohne das Schwein eine ausreichende Versorgung kaum möglich gewesen. Da Allah ja für die ganze Schöpfung zuständig ist, wird er das ja wohl auch gewusst und vielleicht Mohammed nur nicht verraten haben, um ihn und seine Anhänger nicht zu verwirren. Es geht also insgesamt um eine Botschaft (die man annehmen kann oder nicht), die zum besseren Verständnis mit zeitgemäßer Praxis gewürzt wird. Rein abstrakte Erklärungen verstehen zu wenige Leute. Vermutlich würde sich Mohammed im Grab rumdrehen, wenn er mitbekommt, dass seine Anhänger das nach 1400 Jahren immer noch nicht geschnallt haben und weiterhin sklavisch einer nicht mehr aktuellen Praxis nachhängen und dazu sogar die hahnebüchensten „wissenschaftlichen“ Erklärungen produzieren, aber die katholische Kirche hat ja auch mehr als 1600 Jahre dazu gebraucht und viele Reformierte Christen und ultraorthodoxe Juden haben das mit der Botschaft ja schließlich auch jetzt noch nicht mitbekommen.

    Was jemand glaubt, muss jeder mit sich selbst ausmachen und geht mich nichts an, es sei denn, er will mit mir darüber reden. Aber Allah oder wie man ihn in anderen Religionen auch nennen will, hat diese Welt mit logischen Regeln ausgestattet und dem Menschen offenbar auch die Fähigkeit gegeben, die Logik zu erkennen. Nimm das als mein Glaubensbekenntnis, wenn du willst. Und jeden, der an dieser Logik vorbei seine eigene widerspüchliche Welt definiert, selbst wenn man ihm die Logik zeigt, und den Sprung vom Physischen zum Transzendenten einer Botschaft willentlich nicht hinbekommt, der ist für mich mit Dummheit und Ignoranz gesegnet.

    Ich treib‘ mich auch auf Blogs wie deinem rum in der Hoffnung, vielleicht doch mal einem Muslim zu begegnen, der vielleicht doch mal mit offenen Augen durch die Welt geht, aber die Hoffnung wird eigentlich immer kleiner.

  22. salam malaikum
    habe eine frage hat mit dem essen zu tun was man essen darf oder nicht???zb.milchschnitte,pinguin,und halt so weiter an süssigkeiten??und noch eine frage darf man wenn man betet geschminkt sein oder nicht??ich meine make up und so?oder nur sulma???

  23. @Gilbert25: Du könntest wirklich etwas weniger agressiv sein……
    Du bist nicht der einzige Nicht-Moslem hier! 🙂

    @Abdulgani Engin Karahan: Ich finds auch toll, dass du sone Seite hier machst!
    Lob! Lob! Lob!

  24. @Jemand,

    naja, ich nehms Gilbert gar nicht Übel. Ich weiß ja, ist wohl nicht persönlich gemeint, vielleicht mag er mich ja sogar. Er kann aber halt nicht anders, und ab einem gewissen Alter kann man, glaub ich zumindest, auch nicht mehr unbedingt viel am bisherigen Denken ändern 😉 . Aber eine Bereicherung, wenn auch etwas schwierige, ist er allemal. Ich würds nur lieber sehen, wenn er mich und meine Beiträge angreift, statt andere Besucher und Kommentatoren. Die Armen trauen sich nach solch einer Abreibung wahrscheinlich nie wieder auf die Seite. 😀

  25. @35.Abdulgani: danke für die Blumen! Ich bin halt ein wenig altmodisch und finde es sinnvoll, auch die ritterlichen Tugenden im Gegner anzuerkennen (wenn es auch aus finanziellen Gründen heute nicht mehr zum Austausch wertvoller Geschenke vor der Schlacht reicht 😉 ). Deshalb bin ich auch, wie du bemerkt hast, in Sachen Gaza-Krieg voll auf eurer Seite.

    Trotzdem haben wir natürlich auch unsere Konflikte (aber die gehören eben nicht dahin). Ich muss leider gestehen, dass ich alles andere als sicher bin, dass wir und ihr (ich sage das jetzt mal ganz absichtlich in dieser Trennung) tatsächlich zu einem wir kommen können. Wenn nicht – historisch ist so was bislang ja leider immer schief gegangen. Bei mir auf der Seite bekomme ich bislang keine Antworten auf meine offenen Posten, weil keine Muslime und Ausländer oder nur solche kommentieren, deren Vokabular bei „Schweinebauch“ und „Hurensohn“ endet. Wenn du Lust hast, kannst du ja mal einen Beitrag „Was sollten wir klären?“ auflegen. Von mir bekommst du sicher einen Kommentar.

  26. Oh Mann, mir fällt da gar ned so viel ein zu schreiben…
    Naja, Gilbert, ich hab dir schon vergeben…
    Was läuft eich zwischen euch beiden….? (Ihr wisst, wen ich mein!) B-) 🙂 😉
    Haha…jets muss i nur no was über Kleidungsvorschriften findn…. Dann is meine GFS au scho fertig….

  27. völker sind von schweine fleisch gestorben weil es keine kühlschränke gab gab es die säuche und darum dürfen wir das nicht essen

  28. Guten Tag die Herren.
    Sitze gerade im Computer Raum und
    suche nach Informationen über die
    Speisevorschriften des Islams. Ich muss
    schon wirklich sagen, dass es strenger ist,
    als ich dachte … Wurdet ihr damit aufgezogen
    oder habt ihr das im jugendlichen Alter selbstwollend
    angefangen ?

    Mit freundlichen Grüßen

    Nik.Flagranti

  29. Salam alaykum
    Ich finde es gut, dass es noch Leute gibt, die über solche Themen aufklären wollen. Es gibt immer weniger Menschen, die über allgemeine Speisevorschriften Bescheid wissen. Ich habe deshalb vor, meine Seminarfacharbeit über dieses Thema zu schreiben. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob ich es allgemein halte und alle Speisevorschriften mit einbeziehe oder ob es sich nur um das Schweinefleisch-Verbot drehen soll. Ich weiß, dieser Artikel ist schon ziemlich alt, aber ich würde mich freuen, wenn ich mich bei einigen Fragen, die ich evtl. hätte, an Sie wenden kann. (:

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